Das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur hat jüngst eine Erprobungsfassung zum neuen Lehrplan für das Fach Deutsch an Grundschulen veröffentlicht. Die Vorgaben zum Schriftspracherwerb waren dabei erst im September Thema im Landtag. Die AfD-Fraktion hatte gefordert, dass alle Thüringer Grundschüler eine Schreibschrift verbindlich erlenen müssen und digitale Lernkonzepte an den Grundschulen unterbunden werden. Der Antrag wurde auch mit dem Verweis auf den neuen Lehrplan abgelehnt.
Denny Jankowski, bildungspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag, sagt dazu:
»In der Erprobungsfassung des Lehrplans steht eben nicht, dass alle Thüringer Schüler eine Schreibschrift verbindlich erlernen müssen. Der Übergang von der Druckschrift zu einer verbundenen Schriftform muss lediglich „ermöglicht“ werden. Wenn der Minister im Landtag sagt, dieser Lehrplan gäbe die Schreibschrift klar als Ziel vor, stimmt das so einfach nicht. Die Landesregierung suggeriert einen Politikwechsel, macht aber nur halbe Sachen. Die Leidtragenden sind unsere Schüler.
Der ganze Abschnitt zum Schriftspracherwerb in diesem Lehrplan zeigt, wie inhaltslos die CDU geworden ist. Da heißt es zum Beispiel, die Schriftform sei nicht so wichtig wie „die Qualität des Handschreibunterrichts“ – als ob die Schriftform nicht Teil der Qualität wäre! Weiter: Digitales Schreiben soll den Unterricht „zeitgemäß“ ergänzen. Man lässt sich also weiter von Moden treiben, statt fundierte Bildungspolitik zu machen. Die Tablets bleiben in den Grundschulklassen, obwohl stapelweise Studien genau davor warnen.«