In der Stadt Jena ist in den letzten Jahren eine deutliche Zunahme bestimmter Gewerbeformen, wie Barbershops, Dönerläden und Nagelstudios, zu beobachten. Gleichzeitig verschwindet zunehmend der klassische Einzelhandel aus dem Stadtbild. Diese Entwicklung wirft Fragen zur Gewerbestruktur, zur Einhaltung handwerksrechtlicher Vorgaben sowie zu städtebaulichen und wirtschaftlichen Auswirkungen auf. Vergleichbare Tendenzen in anderen Städten führen bereits zu politischen Diskussionen über mögliche Regulierungsmaßnahmen. Ich frage die Landesregierung:

1. Wie viele Barbershops gibt es derzeit in der Stadt Jena?

2. Wie viele dieser Barbershops werden von Inhabern mit einem gültigen Meisterbrief für das Friseurhandwerk geführt und wie viele unter der Leitung eines angestellten Friseurmeisters?

3. Wie oft wurden die Barbershops in der Stadt Jena in den letzten fünf Jahren auf die gesetzlich geforderte Anwesenheit des Friseurmeisters kontrolliert und mit welchen Ergebnissen?

4. Wie viele Gewerbebetriebe sind aktuell in der Stadt Jena registriert (bitte aufschlüsseln nach den Kategorien Dönerläden beziehungsweise Imbisse mit türkisch-orientalischem Angebot, Nagelstudios, Barbershops, Shisha-Bars sowie sonstige körpernahe Dienstleistungen wie beispielsweise Massagestudios)?

5. Wie hat sich die Anzahl traditioneller Einzelhandelsgeschäfte in der Stadt Jena in den letzten zehn Jahren entwickelt, insbesondere in den Bereichen Buchhandel, Mode- und Schuhgeschäfte, Spielwarenläden, Haushaltswaren, Schreibwaren sowie Fleischereien und Bäckereien?

6. Sind der Landesregierung städtebauliche Entwicklungskonzepte oder andere Planungen bekannt, die die Ansiedlung bestimmter Gewerbearten in der Stadt Jena steuern oder begrenzen? Wenn ja, welche?

7. Welche Auswirkungen hat nach Kenntnis der Landesregierung die Zunahme von Dönerläden beziehungsweise Imbissen mit türkischorientalischem Angebot, Nagelstudios, Barbershops, Shisha-Bars sowie sonstigen körpernahen Dienstleistungen, wie beispielsweise Massagestudios, auf das Stadtbild Jenas und die lokale Wirtschaft, und wie ordnet die Landesregierung diese Zunahme ein?

8. Welche rechtlichen Möglichkeiten sieht die Landesregierung, um die Konzentration bestimmter Gewerbearten in bestimmten Stadtteilen Jenas zu regulieren? 9. Welche konkreten Maßnahmen werden nach Kenntnis der Landesregierung durch die Stadt Jena ergriffen, um eine ausgewogene Vielfalt im Einzelhandel zu fördern und einer Monostruktur entgegenzuwirken?

10. Wie will die Landesregierung sicherstellen, dass traditionelle Einzelhandelsgeschäfte, die seit Jahrzehnten das Stadtbild Jenas prägen, angesichts der zunehmenden Ansiedlung von Barbershops, Dönerläden und Nagelstudios nicht verdrängt werden, um die Lebensqualität und das vertraute Stadtbild für die Bürgerinnen und Bürger zu erhalten?

Vorgangsnummer im Thüringer Landtag

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